1-Prozent-Regelung für Dienstwagenfahrer - mit diesem geldwerten Vorteil sollten Sie rechnen

Die Berechtigung für einen Dienstwagen und wie ein Mitarbeiter von diesem Fahrzeug auch privat profitiert, regeln Unternehmen in einer Dienstwagenordnung. Hierin wird zum Beispiel festgelegt, welche Mitarbeiter Dienstwagen-berechtigt sind, welche Budgets diesen Mitarbeitern für welche Fahrzeugklassen zur Verfügung stehen oder welche Hersteller-Modelle mit welcher Antriebsart, – sei es Elektro-, Hybrid- oder Verbrennungsmotor –, gewählt werden dürfen. Typischerweise stellen Unternehmen ihren Mitarbeitern im Außendienst einen Dienstwagen zur Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit zur Verfügung. Dann ist das Fahrzeug Arbeitsmittel, um Kunden und Interessenten zu besuchen. Attraktiv für den Arbeitnehmer ist bei der Dienstwagen-Regelung die Möglichkeit, das Fahrzeug auch – oder mitunter rein – im Privatleben, beispielsweise für Alltagserledigungen oder den Wochenendausflug mit der Familie, nutzen zu dürfen. Aber auch der Weg zur täglichen Arbeit ins Büro und damit die sogenannten Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte fallen unter die private Nutzung. Ein Dienstwagen ist Gehaltsbestandteil des Arbeitnehmers und muss von diesem als geldwerter Vorteil versteuert werden.

1-Prozent-Regelung für Autos mit Verbrennungsmotor

Basis für die Besteuerung sind der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs inklusive Sonderausstattung. Dienstwagen mit Verbrennungsmotor werden vom Staat pauschal anhand der 1-Prozent-Regelung besteuert. Entscheidet sich der Dienstwagenfahrer für ein Elektro-Fahrzeug, sind es nur noch 0,5 Prozent laut Einkommenssteuergesetz. Auch wenn der Mitarbeiter ein Auto wählt, das ins Budget der Dienstwagenordnung passt, ein privat genutzter Dienstwagen ist nie „umsonst“. Denn die Pauschalbesteuerung mit der 1-Prozent-Regelung oder der 0,5-Prozent-Regelung ist im Einkommensteuergesetz festgelegt.

Fahrzeugwahl ist bei 1-Prozent-Regelung budget-entscheidend

Elektro-Fahrzeuge werden zwar günstiger besteuert, dennoch steht die Umstellung auf Elektromobilität bei den meisten Unternehmen noch am Anfang. Viele Dienstwagenberechtigte wählen Diesel oder Benziner, die unter die 1-Prozent-Regelung fallen. Auch wenn die Anschaffung vom Arbeitgeber bezahlt wird, sollte sich der Arbeitnehmer bei der Fahrzeugwahl hinsichtlich der 1-Prozent-Regelung ausrechnen, was er bereit ist, aus seinem privaten Budget an Steuern zu zahlen. Je umfangreicher und teurer das Fahrzeug ausgestattet ist, desto höher wird der geldwerte Vorteil und desto höher fällt die steuerliche Belastung aufgrund der 1-Prozent-Regelung aus. Sparfüchsen ist aber nicht geraten, sich nun ein „nacktes“ Auto zu bestellen und bei der Ausstattung pauschal zu sparen. Denn die Ausstattung bedeutet nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit und damit stressfreies Fahrvergnügen, welches die aus der 1-Prozent-Regelung entstehenden Mehrkosten rechtfertigt.

Wählen Sie Sonderausstattung in der 1-Prozent-Regelung, die ihr Geld wert ist

Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach zeigte in seiner Verbraucherstudie aus dem Jahr 2018 folgendes Ranking bei Wünschen bezüglich Ausstattung von Fahrzeugen. Eine Klimaanlage wünschten sich die meisten bei der Anschaffung eines Autos und ist unangefochtenen auf Platz 1, gefolgt von einem fest eingebauten Navigationssystem auf dem zweiten Platz. Auf Platz 3 landeten elektronische Einparkhilfe oder automatisches Einparksystem. Trotz der 1-Prozent-Regelung schätzen Fahrer gesteigerten Fahrkomfort. Auch die Ansprüche an Sicherheit sind laut Studie eindeutig gestiegen. So werden automatische Notbrems-Assistenten sowie Abstandsregeltempomaten und Spurhalteassistent immer beliebter, auch wenn durch diese auf Grundlage der 1-Prozent-Regelung höhere Kosten anfallen. Welche Ausstattungen bei der Fahrzeugwahl dem Fahrer welche Vorteile hinsichtlich Fahrsicherheit und -komfort bieten, die nach Fahrermeinung dann auch ihr Geld wert sind, entscheidet schlussendlich jeder selbst.