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Alles zur 1-Prozent-Regelung

Antriebsart und Fahrzeugwert bestimmen den geldwerten Vorteil

Alles zur 1-Prozent-Regelung

Antriebsart und Fahrzeugwert bestimmen den geldwerten Vorteil
 
21. Juni 2020

Lesezeit: 3 Minuten

Die Berechtigung für einen Dienstwagen und wie ein Mitarbeiter von diesem Fahrzeug auch privat profitiert, regeln Unternehmen üblicherweise in einer Dienstwagenordnung. Darin wird zum Beispiel festgelegt, welche Budgets den Fahrern für welche Fahrzeugklassen zur Verfügung stehen. Oder welche Herstellermodelle mit welcher Antriebsart – sei es Elektro-, Hybrid- oder Verbrennungsmotor – gewählt werden dürfen. Fuhrparkleiter sind für die Einhaltung dieser Rahmenbedingungen verantwortlich und unterstützen die Mitarbeiter bei der Wahl des passenden Fahrzeugs. Darf der Arbeitnehmer den Firmenwagen im Privatleben nutzen, entsteht ein geldwerter Vorteil, der als Gehaltsbestandteil versteuert werden muss.

1-Prozent-Regelung: Arbeit und Privates verbinden

Morgens beim Rechnerhochfahren ins Frühstücksbrötchen beißen und nach Feierabend nochmal kurz die E-Mails checken – kennen Sie das? Wenn sich Job und Privatleben vermischen, kann die sogenannte Work-Life-Balance aus dem Gleichgewicht geraten. Ist allerdings die private Dienstwagennutzung vom Arbeitgeber gestattet, überwiegt der Vorteil. Viele Arbeitnehmer ziehen es dann sogar in Erwägung, ihren Privatwagen abzuschaffen und mit nur einem Auto beruflich und privat mobil zu sein.

Aus der privaten Nutzung eines Firmenwagens entsteht dem Fahrer ein persönlicher „geldwerter“ Vorteil. Deshalb muss er seinen Firmenwagen als Teil des Einkommens versteuern. Dies ist mit einer monatlichen Pauschalversteuerung, der sogenannten 1-Prozent-Regelung, möglich.

Geldwerter Vorteil Firmenwagen: Antrieb und Preis entscheiden

  • Entscheidend für den geldwerten Vorteil, – auch Sachbezug genannt –, der entsteht, wenn Mitarbeiter ihr Firmenauto privat nutzen, ist der Wert des Fahrzeugs bei Erstzulassung.
  • Der Fahrzeugwert wird ausgedrückt im Bruttolistenpreis inklusive Kosten für Sonderausstattung.
  • Zusätzlich zur 1-Prozent-Regelung für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor werden die einfachen Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Betriebsstätte mit 0,03 Prozent angesetzt. Der Weg zur Arbeit ist nämlich Privatsache.

Emissionsfreies Fahren wirkt auf 1-Prozent-Regelung

Sind Ihre Mitarbeiter mit einem E-Dienstwagen unterwegs, fördert die Bundesregierung die emissionsfreie Mobilität für den Klimaschutz auch bei der privaten Besteuerung.

  • 0,5-Prozent-Regelung: Für Elektroautos mit einem Bruttolistenpreis inklusive Kosten für Sonderausstattung über 60.000,00 € und für bestimmte Plug-in-Hybrid-Autos wird aus der 1-Prozent-Regelung die 0,5-Prozent-Regelung. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte werden entsprechend mit 0,015 Prozent angesetzt.
  • 0,25-Prozent-Regelung: Für reine Elektroautos mit einem Bruttolistenpreis inklusive Kosten für Sonderausstattung bis 60.000,00 € wird aus der 1-Prozent-Regelung sogar die 0,25-Prozent-Regelung. Für Fahrten gilt ebenfalls der reduzierte Steuersatz, nun 0,0075-Prozent pro Kilometer.

1-Prozent-Regelung, 0,5- oder 0,25-Prozent-Regelung: Mit diesem geldwerten Vorteil sollten Sie rechnen!

Ermitteln Sie jetzt mit unserem Firmenwagenrechner, welche Steuern Sie für die private Nutzung Ihres Firmenwagens zahlen müssen.

Firmenwagenrechner

Das private Budget bedenken

Auch wenn unabhängig vom Antrieb der Kaufpreis oder die Leasingrate vom Arbeitgeber bezahlt wird, sollte sich der Arbeitnehmer bei der Fahrzeugwahl eine Frage beantworten: Was ist er bereit, aus seinem privaten Budget an Steuern zu zahlen?

  1.  
    Sparfüchse, aufgepasst!
    • Je umfangreicher und teurer das Fahrzeug ausgestattet ist, desto höher wird der geldwerte Vorteil und desto höher fällt die Pauschalsteuer aus.
    • Abgesehen von der Pflichtausstattung gemäß Car Policy ist Sparfüchsen aber nicht zu empfehlen, sich ein möglichst schlichtes Auto zu bestellen und bei der Ausstattung pauschal zu sparen.
    • Gute Ausstattung bedeutet nicht nur Komfort, sondern auch Sicherheit und damit stressfreies Fahrvergnügen, das die aus dem höheren Bruttolistenpreis inklusive Sonderausstattung entstehenden Mehrkosten rechtfertigt.

Geldwerter Vorteil Firmenwagen: Sonderausstattung, die ihr Geld wert ist

Trotz der 1-Prozent-Regelung schätzen Fahrer gesteigerten Fahrkomfort. Das Meinungsforschungsinstitut Allensbach zeigte in seiner Verbraucherstudie (2018) folgendes Ranking bei Ausstattungswünschen.

  • Platz 1: Klimaanlage
  • Platz 2: fest eingebautes Navigationssystem
  • Platz 3: elektronische Einparkhilfe / automatisches Einparksystem

Außerdem sind die Ansprüche an Sicherheit gestiegen, auch wenn durch diese auf Grundlage der 1-Prozent-Regelung höhere Kosten anfallen. Immer beliebter sind folgende Ausstattungen.

  • Notbremsassistent
  • Abstandsregeltempomat
  • Spurhalteassistent
  1.  
    Unser Fazit
    • Welche Ausstattungen bei der Fahrzeugwahl dem Fahrer zusätzliche Vorteile hinsichtlich Fahrsicherheit und -komfort bieten, die nach Fahrermeinung dann auch ihr Geld wert sind, entscheidet schlussendlich jeder selbst im Rahmen der Vorgaben der Dienstwagenordnung.
    • Generell erhöht ein kostspielig ausgestatteter Dienstwagen – unabhängig von der 1-Prozent-Regelung, der 0,5-Prozent-Regelung oder der 0,25-Prozent-Regelung – die steuerliche Belastung für seinen Fahrer und strapaziert sein privates Budget.

Elektrofahrzeuge werden zwar privat genutzt geringer besteuert und staatlich subventioniert, dennoch steht die Umstellung auf Elektromobilität bei den meisten Unternehmen noch am Anfang. Denn das Thema ist vielschichtig. Denkt Ihr Unternehmen bereits darüber nach, ob Ihre Mitarbeiter auch elektrisch gut unterwegs sind?

Elektrisch gut unterwegs?

Die Antwort ist komplex. Stellen Sie die richtigen Fragen und entscheiden Sie dann, ob E-Autos für Ihren Fuhrpark in Frage kommen.

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