Die Zukunft des Flottentransports #whatsnext

10. Februar 2020

Die Zukunft des Fuhrparks war nie spannender als heute. Neue Technologien und Geschäftsmodelle wie Abonnementdienste für Fahrzeuge, 5G-Technologie und Smart Citys könnten sowohl eine Chance für die Fuhrparkbranche sein als auch eine Bedrohung.

Hier sehen wir uns genauer an, welche Technologien die Automobil- und Transportindustrie bereits prägen, welche wichtigen Tendenzen sich daraus ergeben und wie wir den Wandel als Chance ansehen können.

  • Welche neuen Technologien warten auf uns?
  • Was sind die wichtigsten Zukunftstrends für Transportmittel?
  • Wie sich die Transportindustrie anpassen wird

Welche Technologien warten auf uns?

Erweiterte und virtuelle Realität

Bei der erweiterten Realität (Augmented Reality oder AR) werden digitale Bilder in ein Echtzeitbild eingefügt, damit der Eindruck entsteht, das Objekt wäre tatsächlich da, und damit Benutzer mit dem Objekt interagieren können, indem sie beispielsweise ihr Handy oder Tablet bewegen.

Virtuelle Realität (VR) geht einen Schritt weiter, indem sie eine gänzlich simulierte Umgebung schafft.

Beide Technologien sind nicht mehr nur Profifahrern der Formel 1 vorbehalten, sondern werden bereits von Automobilfirmen eingesetzt. Potenzielle Autokäufer können sich bequem von Zuhause aus hinter das Steuer setzen und die Besonderheiten eines Modells ausprobieren, bevor sie sich entscheiden.

Besonders virtuelle Realität hat enormes Potenzial für den Fahrunterricht, da die Technologie die Simulation realistischer Fahrszenarien ermöglicht. Die Spannweite könnte von der allgemeinen Gefahrenwahrnehmung hin zu spezifischeren Szenarien wie defensives Fahren, Reaktionstests und Unfallsituationen reichen.

Blockchain

Blockchain ist die Technologie, die globalen Kryptowährungen wie Bitcoin, dem selbsterklärten elektronischen Peer-to-Peer-Zahlungssystem, zugrunde liegt.

Blockchain ist eine manipulationssichere Datenbank, die von Millionen von Computern gleichzeitig gehostet wird. Ihr globales Peer-to-Peer-Netzwerk validiert jede einzelne Transaktion, indem es sie Blöcken speichert. Der Ledger kann also nicht nachträglich bearbeitet, angepasst oder verändert werden. Da Blockchain außerhalb eines zentralisierten Rahmens operiert, gibt es einzelnen Schwachpunkt – so wie einen Server, der gehackt werden kann – und Transaktionen und Informationen können sicher aufgezeichnet werden. Die Technologie hat bereits wichtige Anwendung in der Reise-, Banken- und Einzelhandelsbranche gefunden.Blockchain spielt auch in der Automobilbranche eine Rolle, da das System Herstellern erlaubt, die Bewegungen einzelner Teile und Fahrzeuge nachzuverfolgen, sowohl innerhalb der Lieferkette als auch nach dem Verkauf. Blockchain kann im Kampf gegen gefälschte Teile und mangelbedingte Produktrückrufe verwendet werden – und Autofahrern möglicherweise dabei helfen, bargeldlose Mikrozahlungen für Mautgebühren, Staugebühren oder elektrische Aufladungen vorzunehmen.

3D- und 4D-Druck

Der 3D-Druck ändert unseren Begriff von der Herstellung. Die Technologie geht einen Schritt weiter als die Just-in-time-Produktion. Sie ermöglicht es, Objekte wie zum Beispiel Fahrzeugteile oder Bauelemente außerhalb des Werks zu bauen und nach Lieferung zu montieren – ganz nach Bedarf.

Das bedeutet, dass Autoersatzteile in der Zukunft möglicherweise heruntergeladen und vor Ihren Augen gedruckt werden – ohne zusätzliche Lieferkosten.

Außerdem gibt es den 4D-Druck, der mithilfe von Licht, Wärme und Wasser Strukturen verändern kann. Das volle Potenzial der Technologie bleibt jedoch abzuwarten, da sie noch in den Kinderschuhen steckt.

Drohnen

Klein, schnell und ferngesteuert oder autonom – Drohnen sind beliebtes Experimentierobjekt von Unternehmensriesen wie DHL, UPS und Amazon. Die Gesetzgebung bleibt die größte Hürde für eine breite Einführung dieser unbemannten Luftfahrzeuge – Gesetzgeber sind immer noch dabei, einen geeigneten Umgang mit der neuen Technologie zu definieren.

Wo liegt der Reiz für Unternehmen? Drohnen könnten Produkte aus Lagerhäusern an die Verbraucher liefern und Lieferungen in entlegene Teile der Welt transportieren.

5G-Technologie

5G ist die neueste Generation mobiler Internetverbindungen und bietet höhere Geschwindigkeiten und verlässlichere Verbindungen als vorherige Technologien. 5G soll 2020 auf den Markt kommen – mit einer Einführung auf dem Massenmarkt in den nächsten zehn Jahren – und wird als Katalysator für Innovationen wirken und das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) unterstützen. Es könnte autonome Fahrzeuge in den Mainstream katapultieren und die Kommunikation von Auto zu Auto erleichtern, den Fahrzeugen helfen, unmittelbare Entscheidungen zu treffen, und die Verkehrssicherheit verbessern.

Was sind die wichtigsten Zukunftstrends für Transportmittel?

Das Internet der Dinge

Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) bezeichnet Geräte, die eine Verbindung zum Internet herstellen können. Das sind beliebte Gadgets wie Smartphones, aber auch eher ungewöhnliche Geräte wie intelligente Waschmaschinen.

Es wird erwartet, dass das Internet der Dinge sich zum wichtigsten technologischen Trend des 21. Jahrhunderts entwickelt und der Markt bis 2025 auf 75 Milliarden Geräte anwächst (Statista).

Die Technologie hat enormes Potenzial für Flotten. Präzise Echtzeitinformationen zur Optimierung der Fahrzeugnutzung, vorbeugende Wartung und personalisierte Customer Journeys sind nur drei der spannenden Neuerungen, die das Internet der Dinge möglich machen könnte.

Verbundene Fahrzeuge

Ganz egal, ob Autos, Kleintransporter oder LKWs autonom unterwegs sind oder nicht, es gibt drei Arten fahrzeugbezogener Kommunikation, die unser Fahrverhalten für immer verändern könnten:

  • Die Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation wird es Fahrzeugen ermöglichen, Informationen wie Wetterbedingungen, Verkehrsstauungen und Fahrbahnbeschaffenheiten untereinander weiterzugeben. Ihre Geschwindigkeit wird aneinander angepasst werden, damit sie automatisch in Kolonne fahren können. Außerdem werden sie anderen Fahrzeugen Unfälle melden können.
  • Bei der Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation kommunizieren Fahrzeuge mit Straßennetzen und Städten. Das bedeutet, dass Sie um Baustellen herum umgeleitet, neue Routen zum Umfahren überlasteter Streckenabschnitt für Sie berechnet und Sie über mögliche Gefahren informiert werden. Diese Art der Kommunikation könnte auch von Städten genutzt werden, um Umleitungen einzurichten oder sogar kilometerabhängig Steuern zu berechnen.
  • Unter der Fahrzeug-zu-X-Kommunikation ist die Kommunikation eines Fahrzeugs mit allem anderen, wie etwa mit intelligenten Geräten, über das Internet oder eine bestimmte Funkfrequenz zu verstehen. Dies könnte für Aufgaben wie die Übermittlung der gefahrenen Kilometer eines Lastkraftwagenfahrers an das Fuhrparkmanagement oder die Aufzeichnung einer GPS-Position nützlich sein.

Da alle Systeme mit dem Internet verbunden sind, werden Behörden auf große Mengen von Verkehrsdaten zugreifen können und so mehr Echtzeitkontrolle über den Verkehr haben. Auf diese Weise können sie bei der Planung von Infrastrukturverbesserungen fundiertere Entscheidungen treffen.

Die Daten könnten auch zur Entwicklung von Diensten und zur Unterstützung in der Produktentwicklung verwendet werden.

Autonome Fahrzeuge

Bis 2030 werden schätzungsweise 15 % der verkauften Autos voll autonom sein (1).

Autonome Fahrzeuge sind dank eigener Sensoren, Kameras und GPS in der Lage, ihre Umgebung zu erkennen. Marken wie Audi, Google und Tesla sind dabei, voll autonome Fahrzeuge zu entwickeln, und viele haben bereits teilautonome Fahrhilfen auf den Markt gebracht.

Die Hersteller von Nutzfahrzeugen sind unterdessen dabei, die Möglichkeiten zur Verbindung ihrer Fahrzeuge zu erforschen, um Kolonnen zu bilden, deren Teile sich gleichzeitig bewegen, ähnlich wie die Waggons eines Zuges. Volvo ist bisher einer der Branchenführer und testet seine Lkw in Kolonnenformation. Diese Entwicklung könnte sich stark auf Produktivität und Energieeffizienz auswirken und gleichzeitig den verfügbaren Raum auf den Straßen maximieren.

Smart Citys

Bis 2050 werden 68 %der Weltbevölkerung in Städten und städtischen Gegenden leben, so die UN in einem Bericht von 2018 (2). Heute sind es 55 %. Bis zu 90 % dieses Wachstums wird in Asien und Afrika stattfinden.Das Internet der Dinge ist der Schlüssel zur Entwicklung von Smart Citys, da es eine äußerst vernetzte und effiziente Infrastruktur ermöglicht. Dazu gehören Straßenbeleuchtung, Autobahnen und Parkplätze, die Ihr Auto über freie Plätze in der Nähe informieren.

Die 5G-Technologie war ein prominentes Thema der diesjährigen Messe für Unterhaltungselektronik (CES), die im Januar stattfand. Diese Hochgeschwindigkeitsnetze bieten verbesserte Konnektivität, Reaktionsfähigkeit und Reichweite und werden so das Wachstum der Smart Citys beschleunigen.

Auch Automatisierung ist ein vieldiskutiertes Thema in Bezug auf Smart Citys. Wenn das Internet der Dinge mit Robotern kombiniert wird, könnten Städte in der Lage sein, zahlreiche Infrastrukturprobleme zu lösen. Beispielsweise könnten automatisierte Maschinen Schlaglöcher und Straßenlaternen reparieren.

Fahrzeug-Abonnementdienste

Abonnementdienste für Fahrzeuge fordern das traditionelle Leasing-Modell heraus. Ein Fahrzeug-Abonnement beinhaltet in der Regel Zugang zu einem Auto gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr.Der Reiz besteht für viele darin, ihr Auto alle drei Monate wechseln zu können – oder die Nutzung eines Autos gar ganz einzustellen, sollten ihre Umstände sich ändern –, ohne in irgendeiner Weise für Wartungskosten aufkommen zu müssen.

Ob solche Dienste erfolgreich sein werden oder nicht, hängt davon ab, wie gut Unternehmen sich in der Lage zeigen, die Erwartungen der Digital Natives an den Markt zu verstehen und zu bedienen.

Die Disruptoren der Automobilbranche

Beim Autohersteller der Zukunft könnte es sich um dasselbe Unternehmen handeln, das Ihren Computer produziert hat.

Apple hat bereits seine ersten selbstfahrenden Fahrzeuge auf den Straßen Kaliforniens getestet und auch Waymo – ehemals Google's Self-Driving Car Project – möchte die Notwendigkeit eines menschlichen Fahrers beseitigen.

Diese Technologieriesen verfügen über die Größe, Schlagkraft und Autorität, um einen bahnbrechenden Wandel möglich zu machen.

Wie sich die Transportindustrie anpassen wird

Da Fahrzeuge und Technologie immer mehr zusammenfließen, werden Störungen wohl nicht nur von technischen Unternehmen ausgehen, sondern auch von der Automobilindustrie.

Aus dieser Annahme ziehen wir zwei grundlegende Schlüsse:

  • Den Blick in die Zukunft richten. Es gibt unzählige neue Technologien, die unsere urbane Welt maßgeblich verändern werden. Unternehmen sollten also zukunftsorientiert vorgehen, um ihrer Konkurrenz immer einen Schritt voraus zu bleiben.
  • Auf Zusammenarbeit setzen. Unternehmen sollten mit Anbietern zusammenarbeiten, die immer den nächsten Schritt planen (#whatsnext). Wollen nichttechnische Unternehmen auch weiterhin von Relevanz sein, müssen sie sich zunehmend mit technischen Entwicklungen auseinandersetzen, um den Erwartungen ihrer Kunden gerecht zu werden.

Auch wenn die Zukunft von Fuhrparks nur einen kleinen Teil in diesem Prozess darstellt, können neue Ansichten über unkonventionelle Besitzverhältnisse von – und Zugänge zu – Fahrzeugen neben Kaufen und Leasen eine dritte Option eröffnen.

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