Plug-in Hybrids: Das Beste aus beiden Welten oder fauler Kompromiss?

3 min to readTechnologie und Innovation
Die Elektrifizierung des Fuhrparks ist derzeit eines der wichtigsten Themen für Flottenmanager. Viele Unternehmen möchten ihren CO2-Fussabdruck optimieren und stehen dabei vor der Frage, inwieweit batterie-elektrische Fahrzeuge (BEV) oder auch Plug-in Hybrid Vehicles (PHEV) eine sinnvolle Lösung sein können.
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Für viele Flottenmanager ist die Sorge bezüglich der begrenzten Reichweite oder der allenfalls begrenzten Lademöglichkeiten bei batterie-elektrischen Fahrzeugen (BEV) häufig ein entscheidendes Argument, Plug-in Hybridfahrzeugen (PHEVs) den Vorzug zu geben. Die Kombination der Vorteile aus beiden Welten erscheint beim Plug-in Hybrid Vehicle (PHEV) auf den ersten Blick reizvoll.  Die Vorstellung, zumindest den Weg zwischen der Wohnung und der nicht zu weit entfernten Arbeitsstelle elektrisch zu fahren und so immerhin kürzere Strecken emissionsfrei zurückzulegen, scheint verlockend. Denn dadurch verringert sich auch bei PHEVs der CO2-Ausstoss, was wiederum dem ökologischen Gewissen hilft. Zusätzlich bietet ein PHEV durch den Verbrennungsmotor die Sicherheit, längere Strecken ohne zeitraubende Ladestopps auch mit höherer Geschwindigkeit und voll laufender Klimaanlage oder Heizung bewältigen zu können. Gerade für Mitarbeitende im Aussendienst schlagende Argumente, da man Kundenbesuche nicht nach vorhandenen Ladestationen planen möchte. 

Was in der Theorie verlockend klingt, ist beim Blick auf die nackten Zahlen am Jahresende jedoch oft ernüchternd. 

Bernd BäznerCommercial Director LeasePlan (Schweiz) AG

Treibstoffkosten sinken oft nicht wie erwartet

So sinken die Treibstoffkosten durch den Wechsel von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor auf PHEV häufig nicht wie erwartet. In vielen Fällen ist sogar das Gegenteil der Fall: Etwa, wenn der teilweise in Verruf geratene, aber in Bezug auf Verbrauch und damit auch CO2-Emissionen effiziente Diesel durch ein PHEV ersetzt wurde, bei dem der Elektromotor in den meisten Fällen mit einem Benzinmotor gekoppelt ist. Da ein erhöhter Treibstoffverbrauch mit einem ebenfalls höheren CO2-Ausstoss einhergeht, schnellt neben den Treibstoffkosten auch der CO2-Ausstoss der Flotte in die Höhe. Ein Mitarbeitender im Aussendienst, der im Alltag von Termin zu Termin hetzt und im Zweifel den PHEV nie lädt, wird vermutlich nie die CO2-Angaben des Herstelles gemäss WLTP-Messverfahren erreichen.

Kosteneffizienz und nachhaltige Lösungen sind gefragt

Was soll der Flottenmanager nun tun, um böse Überraschungen zu vermeiden und auch der Umwelt wirksam etwas Gutes zu tun?

Zum einen ist die Analyse des Fahrprofiles der jeweiligen Firmenwagennutzer entscheidend. Hier wird oft schon der erste Fehler gemacht, indem man dem öffentlich wahrgenommenen Druck hin zu mehr Elektro folgt, statt Zahlen und Fakten nüchtern zu analysieren. In vielen Ländern wie beispielsweise derzeit in Deutschland werden diese Analyse auch durch steuerliche Anreize erheblich beeinflusst. Zweifelsohne ein Aspekt, der aus monetärer Sicht nicht zu vernachlässigen ist. Schlecht ist nur, wenn die steuerlichen Vorteile zum schlagenden Argument werden, obwohl der gewünschte ökologische Nutzen wie im Falle von PHEVs häufig nicht vorhanden bzw. negativ ist. Bleibt zu hoffen, dass in der Schweiz, nach dem jüngsten Postulat der Umweltkommission des Nationalrates, eine kluge Regelung speziell für Geschäftsautos, geschaffen wird.

Bedarfsanalyse ist der Schlüssel

Zuerst sollte immer eine Bedarfsanalyse mit Fokus auf Fahrstrecken und Einsatzprofil des Fahrzeuges erfolgen. Bei höherem innerstädtischen Einsatz kann je nach Bedarf ein PHEV mehr Sinn machen. Allerdings unter der Voraussetzung, dass das PHEV auch regelmässig geladen wird.  Spätestens hier kommt die Car Policy eines Unternehmens ins Spiel. So müssen auch Themen wie Zuschüsse zu Ladevorrichtungen in den Garagen der Fahrer oder zu den Stromkosten berücksichtigt werden. Auch ein Bonus- / Malus-System zur Incentivierung des Ladevorgangs ist hilfreich, um regelmässiges Laden der Batterie und ein entsprechender voll-elektrischer Anteil der Wegstrecken zu gewährleisten.

Komfortable Komplettlösungen für Flotten

LeasePlan hat nicht nur bei der Ausgestaltung bzw. Elektrifizierung von Car Policies Erfahrung, sondern kann auch eine Komplettlösung sowohl für BEVs als auch für PHEVs anbieten. Diese Policy beinhaltet neben dem Fahrzeug im Full Service Leasing auch einen Ladechip mit Zugang zu rund 4’000 Ladepunkten in der Schweiz (über 130’000 Ladepunkte in Europa), sowie Ladestationen für das Unternehmen oder die Fahrer zu Hause. Die Abrechnung der Ladevorgänge einschliesslich des Stromverbrauchs zum Laden des Firmenwagens zu Hause erfolgt über LeasePlan. Auf diese Weise wird das Laden des Fahrzeugs für den Nutzer vereinfacht, so dass auch ein PHEV die positiven Seiten des zusätzlichen elektrischen Antriebs ausspielen kann.

Letztendlich sind für die Strukturierung des Fuhrparks eine saubere Bedarfsanalyse, eine zeitgemässe Car Policy und ein Rundum-Paket zum Laden wichtig. Das Angebot an BEV und PHEV wächst täglich in nahezu allen Fahrzeugkategorien, so dass einer stärkeren Elektrisierung des Fuhrparks wenig im Wege steht. 

Entscheidend für die Fuhrparkkosten sowie den CO2 Fussabdruck bleibt aber die Frage, wie diese Fahrzeuge tatsächlich eingesetzt werden.

Bernd BäznerCommercial Director LeasePlan (Schweiz) AG
Published at 15. Dezember 2020

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15. Dezember 2020
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