Quo Vadis Elektro

Wann ist eine E-Flotte wirtschaftlich?

20. Dezember 2019

Eine LeasePlan Umfrage unter FlottenmanagerInnen hat ergeben, dass sich die meisten Fragen rund um die Elektrifizierung von Fuhrparks um die Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge, das Modellangebot sowie die Ladeinfrastruktur und Reichweiten drehen. Besonders in den letzten Monaten und Jahren hat sich aber im Bereich der E-Mobilität sehr viel getan, weshalb viele Bedenken heute nicht mehr begründet sind. Im Rahmen dieser Blogserie setzen wir uns mit den wichtigsten Fragen rund um „E“ auseinander und klären auf.

Das größte Hemmnis beim Wechsel auf Elektro ist die Unsicherheit über die Wirtschaftlichkeit. Elektroautos haben immer noch den Ruf, sehr teuer zu sein. Betrachtet man nur die Ankaufspreise, so ist das durchaus nachvollziehbar. Ein genauerer Blick zeigt jedoch ein gänzlich anderes Bild: durch staatliche Förderungen, steuerliche Vergünstigungen und die deutlich geringeren laufenden Kosten, kommen Elektrofahrzeuge auf die gesamte Lebensdauer zum Teil deutlich günstiger als Verbrenner.

Das kosten E-Autos wirklich

Wir haben uns unterschiedliche Fahrzeugmodelle näher angesehen und konnten teilweise starke Unterschiede bei den Gesamtkosten zwischen Verbrennern und Elektrofahrzeugen feststellen. So kommt beispielsweise ein e-Golf unter Berücksichtigung sämtlicher Förderungen und steuerlicher Vorteile bei Leasing um rund 200 EUR pro Monat günstiger als sein Pendant mit klassischer Motorisierung. Gerechnet auf eine Laufzeit von 48 Monaten macht das eine Ersparnis von über 9.700 EUR.

Um die Eingangsfrage dieses Blogbeitrags zu beantworten: E-Mobilität im Unternehmen ist dann wirtschaftlich, wenn alle Förderungen und steuerlichen Vorteile voll zum Tragen kommen. Das ist der Fall, wenn

  • der Anschaffungswert des Fahrzeugs nicht mehr als 60.000 EUR beträgt,
  • das Fahrzeug ausschließlich mit Strom oder Wasserstoff betrieben wird und
  • die Mindestlaufzeit bei Leasing vier Jahre beträgt.

Doch welche konkreten Förderungen und Vergünstigungen sind es nun eigentlich, die Elektroautos so günstig machen? Im Österreichischen Förderdschungel verliert man bekanntermaßen schnell einmal den Überblick. Deshalb wollen wir Ihnen die wichtigsten Förderungen und steuerlichen Vorteile nachfolgend kurz vorstellen.

Förderungen und steuerliche Vorteile für den Umstieg auf E-Mobilität

Anschaffungsförderung für E-Fahrzeuge

Der Bund fördert sowohl die Anschaffung von Elektro-PKW als auch von elektrischen Nutzfahrzeugen bis 3,2 Tonnen für den betrieblichen Einsatz. Je nach Fahrzeugklasse kann die Förderung bis zu 8.500 EUR betragen:

Fahrzeug
Förderhöhe
PKW mit reinem Elektroantrieb oder Brennstoffzelle
1.500 EUR
PKW mit Plug-in-Hybrid Antrieb und Reichweitenverlängerer
750 EUR
Leichte E-Nutzfahrzeuge bis 2,5 Tonnen
3.500 EUR
Leichte E-Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen
8.500 EUR
Quelle: Kommunalkredit Public Consulting

Um die Förderung für E-PKW in Anspruch nehmen zu können, muss die vollelektrische Reichweite des Fahrzeugs mindestens 50 km betragen und der Brutto-Listenpreis (Basismodell ohne Sonderausstattung) darf 60.000 EUR nicht überschreiten. Zudem muss die Betriebsdauer des Fahrzeugs ab Inbetriebnahme mindestens vier Jahre betragen, da es sonst ggf. zu einer anteiligen Rückzahlung der Förderung kommen kann.

Steuerliche Vorteile

Reine Elektrofahrzeuge sind sowohl von der NoVA (Normverbrauchsabgabe) als auch von der motorbezogenen Versicherungssteuer ausgenommen. Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid Antrieb sind bei der motorbezogenen Versicherungssteuer nur für den verbrennungsmotorischen Anteil steuerpflichtig.

Werden Elektroautos als Firmenfahrzeuge angeschafft, sind sie bis zu einem gewissen Anschaffungsbetrag vorsteuerabzugsfähig. Konkret kann die Vorsteuer für E-Autos bis 40.000 EUR vollständig und zwischen 40.000-80.000 EUR teilweise abgezogen werden.

Fahrzeuge mit einem CO2-Ausstoß von Null (somit also auch Elektroautos) sind gänzlich vom Sachbezug befreit. Davon profitieren nicht nur ArbeitnehmerInnen, sondern auch Arbeitgeber, da die zusätzlichen Sozialabgaben geringer ausfallen. Ein Steuerzuckerl also für beide Seiten.

Förderung von E-Ladeinfrastruktur

Neben den Fahrzeugen wird auch die Errichtung von Ladeinfrastruktur (Standsäule bzw. Wallbox) gefördert. Förderungswürdig sind Ladepunkte, die an Werktagen mind. 8 Stunden für die Öffentlichkeit zugänglich sind und wo die Bezahlung ohne Vertrag mit dem Ladestellenbetreiber möglich ist. Je nach technischer Ausprägung der E-Ladestelle werden bis zu 30% der Anschaffungskosten gefördert:

Technische Ausprägung
Förderhöhe
Normalladen an Wallbox oder Standsäule mit Wechselstrom bis 3,7 kW (230V, 16A) Abgabeleistung
200 EUR
Normalladen an Wallbox mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400V, 32A) Abgabeleistung 
200 EUR
Normalladen an Standsäule mit Wechselstrom von mehr als 3,7 kW bis 22 kW (400V, 32A) Abgabeleistung
1.000 EUR
Beschleunigtes Laden mit Wechselstrom oder Gleichstrom von mehr als 22 kW bis 43 kW (400V, 63A) Abgabeleistung
2.000 EUR
Schnellladen mit Wechselstrom von mehr als 43 kW oder Gleichstrom von ≥ 50 kW (500V, ≥ 125A) Abgabeleistung
10.000 EUR
Quelle: Kommunalkredit Public Consulting

Förderungen der Länder

Neben dem Bund fördern auch einige Länder den Umstieg auf Elektromobilität sowie die Errichtung von Ladeinfrastruktur in Betrieben. Diese Förderungen werden allesamt zusätzlich zu jenen des Bundes gewährt und teilweise automatisch mit der Bundesförderung mitbeantragt. Nachstehend finden Sie eine Übersicht der Länderförderungen:

Ankaufsförderung
Ladeinfrastruktur-Förderung
Niederösterreich
bis 1.000 EUR
bis 500 EUR
Salzburg
50% der gewährten Bundesförderung, nur für leichte E-Nutzfahrzeuge (bis 3,5 Tonnen)
50% der gewährten Bundesförderung
Quelle: Kommunalkredit Public Consulting

In zahlreichen österreichischen Städten und Gemeinden dürfen Besitzer von Elektroautos zudem in der Kurzparkzone gratis parken, jedoch sind individuelle Bestimmungen zu beachten. Eine bundesweit einheitliche Regelung gibt es derzeit noch nicht. Ob die Regelung an Ihrem Standort gilt, können Sie entweder auf der Website Ihrer Gemeinde oder Stadt nachlesen oder direkt im Gemeindeamt bzw. Magistrat erfragen.

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